Hurra, ich bin pessimistisch
Auch andere Gefühle als Glücksgefühle sind sehr dankbar, wenn man sie achtet, be-achtet und ihnen (innerlich bitte) Raum gibt. Niedrige Schwingungen wie Ärger, Frust, Neid, Trauer oder Angst sind ein genauso wertvoller Bestandteil des menschlichen Spektrums wie Freude, Frieden, Liebe, Dankbarkeit und Freiheit. Und vor allem: sie sind ein Ausdruck unserer Energie! Sie zeigen mir an, auf welche Weise ich bezüglich eines Themas schwinge, wie viel Kraft, Freiraum und Klarheit ich mir in diesem Bereich erlaube und sie zeigen es akkurat und objektiv. Sie beschönigen nichts und täuschen nicht, wie ein wunderbarer, allerbester Freund, der sich traut ganz ehrlich mit uns zu sein.
Aber noch besser als dieser Freund bilden sie sogar eine Brücke zu diesem Kraftreservoir. Sobald wir uns voll und ganz auf das Gefühl in uns einlassen (das Gefühl - nicht die Gedanken dazu!) bekommt es Freiraum und verändert seine Schwingung. Es wird leichter, klarer, kraftvoller, entspannter und setzt Energien frei, die vorher angespannter, fester und unzugänglicher waren. Je besser ich mich also spüre desto mehr von meinem Potential wird mir zugänglich. Ich lerne meine Instrumente besser kennen und kann dadurch erst richtig auf sie zugreifen.
Dafür ist es natürlich von entscheidender Bedeutung, dass ich meine Gefühle erkenne. Wer Lola''s Buch "Alles Läuft Super Während Ich Weg Bin" gelesen hat oder ab und zu an einem meiner Abende dabei ist, kennt ja bereits das Instrumentenbrett, das ich dafür so gerne verwende. Die emotionale Übersicht lädt ein, sich orientieren und wieder finden zu können, bewusst die gewünschte Richtung einzuschlagen und was ich ganz wichtig finde: Bezug aufzubauen zu den einzelnen Stufen.
Manche Bereiche sind einem nämlich so zuwider, fremd oder unpassend erscheinend, dass man gar nicht bemerkt wenn man sich in dieser Stimmung befindet. Das schränkt dann natürlich ein.
Wenn ich nicht weiß, wo ich bin, wie kann ich dann dorthin gelangen, wo ich hinmöchte?
Ein Bereich, der mir zu Beginn der Divine Openings recht fremd war, war der Pessimismus. Ich konnte rein gar nichts damit anfangen (Ich bin nie pessimistisch ;-)) Aber nachdem ich mich eine Weile bewusst auf der Skala beobachtete, lernte meine Schwingungen besser (er)kennen und konnte die blinden Flecken auf der Gefühlslandkarte nach und nach ausfüllen. Bis zu dem Tag, als ich bemerkte: "Hey, ich bin gerade pessimistisch! Hurra, jetzt weiß ich wie es sich anfühlt..." Und wisst Ihr was: viele von den Gefühlen, vor denen wir uns manchmal so fürchten, sind eigentlich gar nicht so schlimm! Pessimismus, der mir früher absolut schrecklich erschien, ist im Grunde so mild, er hat fast schon etwas Entspannendes und ist als Ruhepause nach Streß und Überforderung direkt erholsam. Natürlich möchte ich nicht darauf stehen bleiben, aber als Zwischenschritt, wie ein Stein im Flussbett zum Überqueren - wunderbar!
Manchmal ist es allerdings schwerer, sich tief auf Gefühle einzulassen. Dann bitte ich die Göttliche Gnade um Hilfe und bin so sanft, geduldig und liebevoll mit mir, wie es mir in diesem Moment möglich ist. Und oft entstehen gerade daraus die größten Befreiungen.
Nachdem ich bewußt die Absicht gesetzt habe, mich noch tiefer zu spüren, noch weiter jenseits der Gedanken zu kommen und das Leben jetzt voll und ganz erleben zu können, begegnen mir nun die Gefühlsschichten, an die ich früher nicht herankam. Sei es, weil mein kleines Selbst Angst vor ihnen hatte, sie nicht einordnen konnte,... jetzt dürfen sie kommen. Und das darf so sanft geschehen!
Vor ein paar Tagen erst stieg plötzlich eine tiefe Traurigkeit in mir hoch während ich mit meinen Mann und Sohn Karten spielte. Mein Mann half meinem Sohn ein wenig, weil das Kartenspiel für ihn noch neu war und relativ komplex ist und beide waren haushoch am gewinnen. Plötzlich stieg eine Verletztheit, Mutlosigkeit und Trauer in mir auf, die mir augenblicklich Tränen in die Augen trieb. Ich kann normal ganz gut verlieren ;-) das Gefühl hatte nicht wirklich etwas mit dem Spiel zu tun, es war eine wesentlich ältere, tiefe Schwingung, die hier hochkam.
Was mache ich nun in diesem Moment? Ich kann ja nicht mitten aus dem Spiel weglaufen und mein Sohn schaut mich mit großen Augen an: "Mama, warum tränst du denn?"
Das Beste ist immer die Ehrlichkeit. Indem ich ihm antwortete, dass gerade eine Traurigkeit in mir hochkam, die nichts mit dem Spiel zu tun hatte, die aus einer Zeit kam, als ich nicht für mich da sein konnte, lernte er nicht nur, dass es okay ist, traurig zu sein und dass auch seine Mama es manchmal ist sondern auch, wie man damit umgehen kann. Wir spielten in Ruhe fertig während ich bei mir blieb, ruhig durch atmete und das Gefühl einfach so sein liess. Sobald ich es ausgesprochen hatte, war es schon leichter geworden, mit dem Atem kam entfaltete es sich nach und nach und als ich mich später alleine hinsetzte um dem Rest Raum zu geben, war nur noch ein Bruchteil übrig.
Zwischendurch hatte ich mich gar nicht mehr damit beschäftigt. Es durfte mit da sein und das genügte. Keine große Geschichte dazu. Keine Rechtfertigung, Erklärung oder Heilung notwendig. Das Gefühl durfte sein und das genügte! Anfangs kann es sein, dass ein tiefes Gefühl sich viel Zeit nimmt, bevor es sich soweit entfaltet, dass die Erleichterung spürbar wird. Je besser man sich jedoch darauf einzulassen traut und je weniger Aufmerksamkeit man den Gedanken schenkt, die dabei möglicherweise dazwischen plappern, desto leichter und rascher läuft es ab.
Wie wird es sein, wenn wir ALLE Gefühle ganz natürlich annehmen und entfalten lassen können?
Wie sieht unser Leben aus, wenn wir vor keinem Gefühl mehr zurückschrecken oder Angst zu haben brauchen?
Manchmal kommen Gefühle im Augenblick so stark hoch, dass man sie an Anderen auslässt, bevor man überhaupt schaltet. Wenn dir das passiert, dann bist du ein Mensch mit Schwächen wie wir alle. Ich will Euch hier nicht anregen zum Heiligen zu werden. ABER: wenn es gelingt, ein Gefühl mit niedriger Schwingung wie Wut, Angst, Sorge, Ärger,... im Inneren zu entfalten, dann tun wir uns dabei soooooooo viel leichter.
Alles, was ich nach Außen bringe verstärkt sich.
Wenn ich meine Freude teile, verstärkt sie sich. Wenn ich meinen Frust teile, verstärkt er sich oft auch. Ihn im Inneren Raum zu geben ist das Gegenteil vom Herunterschlucken und gleichzeitig muss niemand darunter leiden. Probiere es. Immer wieder. Es lohnt sich so sehr!
Wenn du den Eindruck hast, du könntest dabei Unterstützung gebrauchen, bin ich in den Einzelsitzungen natürlich auch genau dafür gerne da. Zu zweit ist es meist wesentlich leichter und in Begleitung kann man sich auch anders fallen lassen. Was jedoch noch dazu einen großen Unterschied macht, ist von meinem Gefühl die Unterstützung der Göttlichen Gnadenenergie. Sie erleichtert Prozesse auf eine Weise, wie ich es in allem Bisherigen nie erlebt habe. Das ist allein schon in Lolas Buch spürbar.